Das Wunder von Al-Andalus

Stadttheater Aschaffenburg am 10.10.2018

 

Musik - Lyrik - Bewegung
Sechs Künstler - drei Kulturen - ein Projekt

 


 

„Ein süßer Mund öffnet selbst eiserne Türen.“ (sephardisches Sprichwort)

Das Wunder von al-Andalus: Liebe, Leidenschaft, Heimat und Toleranz waren Themen der
Poesie von al-Andalus. Das Ensemble Joyosa und das 12-Stufen-Theater haben sich für dieses Projekt zusammengefunden: Andalusische Lyrik trifft auf alte Musik und modernen Tanz.

Wegen des schönen Klangs und der großen Ausdrucksmöglichkeit wurde die andalusische Dichtung vom 8. bis 15. Jahrhundert von christlichen, maurischen und sephardischen Dichtern in Arabisch verfasst. Zakaria Sabbagh Sharabati, Agnieszka und Torsten Kleemann interpretieren Texte der andalusischen Lyrik. Deutsche und arabische Sprache wechseln sich ab, ergänzen sich, verschwimmen ineinander. Musik christlicher, maurischer und jüdischer Prägung erklingt. Die Texte der Lieder in galego-português, sephardisch und lateinisch ergänzen den Sprachschatz von al-Andalus. Dichtung wird tänzerisch interpretiert, Musik, Tanz und Sprache greifen ineinander.

Die beiden Schauspieler Agnieszka und Torsten Kleemann vom 12-Stufen Theater sind seit vielen Jahren auf verschiedenen Bühnen in der Rhein-Main-Region zu sehen. Klassische Theaterarbeit, moderne Performance und Theaterpädagogik gehören zu ihren Betätigungsfeldern. Seit zwei Jahren arbeiten sie auch mit Zakaria Sabbagh Sharabati, einem syrischen Schauspieler, an verschiedenen Theater- und Filmprojekten.

Silke Marquardt, Dirk Kilian und Reza Samani haben sich 2015 – inspiriert durch ihre Liebe zur spanischen Musik des Mittelalters und ihrem Interesse am historisch nahezu einmaligen Zusammentreffen dreier Kulturen in al-Andalus – zum Ensemble Joyosa zusammengefunden. Ohne romantische Verklärung der Vergangenheit als eine goldene Zeit, die es so nie gab, und doch voll Bewunderung für die kulturelle Blüte, die die maurische Herrschaft ermöglichte, nimmt sich Joyosa einem häufig vernachlässigten Bereich jener Zeit an: der Musik. Im Rahmen ihrer musikhistorischen Recherchen entdeckten sie die andalusische Dichtung, die von Prof. Dr. Georg Bossong ins Deutsche übersetzt wurde.